Faris Al-Sultan, Aqua Sphere


Viele Sportler machen sich frühzeitig Gedanken darüber, welchen Weg sie nach ihrer Karriere einschlagen wollen. Die meisten wählen den logischen Schritt: Trainer auf ihrem Fachgebiet. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Ansätze. Faris Al-Sultan hat das Trainerwesen nach der aktiven Karriere für sich entdeckt. Annett Finger, Mirjam Schall und Natascha Woithe trainieren den Nachwuchs während ihrer aktiven Laufbahn. In dieser Serie erzählen unsere Athleten, was sie dazu bewogen hat, die Seiten zu wechseln und welche Erfahrungen sie dabei machen.

Faris, warum machst du das?
Weil ich gerne Pläne ausarbeite, Theorien aufstelle und dann in die Praxis umsetze.

Was ist deine Motivation als Trainer?
Ich will am Sport dranbleiben und mag es außerdem mein Wissen und meine Erfahrung weiterzugeben.

Was reizt dich daran?
Ich entwickle gerne Strategien und will das Optimale aus jemandem herausholen.

Wie kam es dazu, was war der Auslöser?
Ich habe selbst viele Fehler in meiner Karriere gemacht, aber eben auch vieles richtig. Ich sehe viele talentierte Athleten ähnliche Fehler machen, da möchte ich ansetzen und ihnen helfen, diese zu vermeiden. Ein bisschen war ich ja in meiner aktiven Zeit auch schon der Trainer meiner Frau und ich habe ungefragt auch die Teammitglieder des ‚Abu-Dhabi Triathlon Team’ immer vor dem Schlimmsten bewahren wollen.

Seit wann bist du als Trainer aktiv?
So richtig erst seit dem Winter 2015/2016.

Wen trainierst du?
Vier Profis, unter anderem Patrick Lange und einen jüngeren Athleten im Übergangsbereich.

Was sind die wichtigsten Unterschiede, was wurde essentiell anders vom Aktivsportler zum Trainer?
Es ist der Positionswechsel – du beschäftigst dich ja mit deinen Nachfolgern. Naja, es gibt zwar auch aktive Athleten, die als Trainer arbeiten, aber ich sehe es schon problematisch, die eigene Konkurrenz zu trainieren.

Wie entsteht eine solche Partnerschaft? Wie werden potenzielle Athleten auf dich aufmerksam?
Die meisten kommen auf Empfehlung. Da ich ohnehin nur wenige Athleten trainieren will und kann, bin ich nicht auf große Akquise angewiesen.

Manchmal lehne ich auch Athleten ab, wenn ich einfach nicht weiß, wie ich denjenigen weiterentwickeln kann. Immerhin ist das ja deren Beruf. Oder, wenn ich glaube, dass es mir mit dem Athleten keine Freude machen würde. Oder, wenn zwei von mir betreute Athleten zu enge Konkurrenten wären.

Was sollte die Sportler auszeichnen, die du trainierst?
Ich setze Motivation und eine gewisse Selbstständigkeit voraus, da ich äußerst selten vor Ort bin. Auch sollte der Athlet ein Netzwerk an Unterstützern vor Ort haben, Rad-Laden, Physio, Arzt, etc.

Was sind deine Pläne für die Zukunft? Siehst du dich als Trainer?
Ja, ich bin gern Trainer.