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Ein Beitrag von Mark Koitka.

Die 2. Aqua Sphere Ice Swimming German Open vom 8.01.16 – 10.01.16 werfen Ihre Schatten voraus. Aus diesem Grund hatte ich mich für ein Aqua Camp angemeldet, welcher am vergangenen Wochenende in Burghausen stattfand.

Nach einem kurzen Bummel durch die Altstadt, einer Tasse Kaffee und einem Stückchen Kuchen mit Christof (Wandratsch), trafen wir uns um 17.30 Uhr am Wöhrsee an der Wettkampfstrecke für die German Open. Insgesamt nahmen 6 Personen an diesem Camp teil, die sich auch schon alle für den eigentlichen Event angemeldet haben. Und so schlüpften wir in unsere Badebekleidung und nahmen zum ersten Mal Kontakt mit dem „Wettkampfwasser“ auf. Bei gemütlichen 5,8 Grad Celsius Wassertemperatur und 1,5 Grad Celsius Außentemperatur schwammen wir die ersten Bahnen. Zum Aufwärmen nach dem Schwimmen standen uns ein Badezuber mit warmem Wasser sowie die Infrarotkabine zur Verfügung. Anschließend fuhren wir noch in die „Badewelt Burghausen“ und durften unter der Anleitung von Christof Wandratsch und seinem Trainer Stefan Hetzer einige neue Trainingsmethoden kennenlernen und anwenden. Zur Technikverbesserung wurden wir beim Kraulen noch gefilmt und beim Feierabendgetränk wurde dies dann noch besprochen. So ging der erste Tag zu Ende und man konnte die ersten Eindrücke noch im warmen Bett auf sich einwirken lassen.

Der Samstag stand dann unter dem Thema, richtig Eisschwimmen zu gehen und einen Testwettkampf durchzuführen. Aber was genau da auf uns zukam – damit hatten wir Teilnehmer nicht gerechnet! Nachdem wir uns um 10.00 Uhr in Burghausen getroffen hatten, fuhren wir mit 2 Autos in die Nähe von Ruhpolding, genauer gesagt nach Bergen. Der dort liegende Schnee hat uns schon gezeigt, dass wir an diesem Samstag definitiv Eisschwimmen werden. Wir fuhren eine Straße einen Berg hinauf und mitten im Nirgendwo sagte Christof auf einmal Stopp: „Wir sind da.“ Rechts ging es den Berg weiter rauf und links floss ein ca. 2m breiter Bach. Allerdings ergoss sich dieser Bach über eine ca. 4m hohe Kante, sodass ein Wasserfall entstand. „Na Prima! Wir sind da! Juhu!“ Warum zieht man sich mitten auf einem Berg die Badehose an und klettert runter zu einem Wasserfall? Mitten im Winter? Es liegt Schnee! Aber wer zu den Eisschwimmern zählen möchte, der muss auch mal im Eiswasser gewesen sein.

Nach dem Fotoshooting fuhren wir den Berg dann noch weiter hoch und hielten an einer Stelle an, wo der Eisbach aufgestaut worden ist. Also wieder raus aus den Sachen und rein ins Wasser. 4,1 Grad warmes Wasser empfing uns und wir schwammen gute 8 Minuten durch den kleinen Teich. Bibbernd und schlotternd zogen wir uns anschließend an und fuhren wieder runter nach Bergen. Die erste Gaststätte wurde angesteuert und dort genossen wir heißen Tee (ich mit Rum), Kaffee oder Glühwein und ließen uns das Essen schmecken.

Danach ging es wieder zurück nach Burghausen, wo uns am Wöhrsee schon der Stefan mit 2 Studentinnen der TU München empfing. Diese schreiben derzeit Ihre Masterarbeit über das Thema Eisschwimmen, und wie sich das Schwimmen im kalten Wasser auf den Körper auswirkt. Es wurden einige Werte genommen und Daten von den Schwimmern abgefragt, bevor wir wieder ins Wasser durften. Der Testwettkampf fand dann unter regulären Wettkampfbedingungen statt, sodass wir uns schon einen ersten Eindruck über die Abläufe im Januar verschaffen konnten.

Nachdem jeder seine Strecke geschwommen war (von 200m über 500m und 1000m) wurden wieder Werte durch die Studentinnen genommen, bevor es in den heißen Badezuber oder die Infrarotkabine zum Aufwärmen ging. Wer dann noch Lust hatte, durfte noch eine der Kurzstrecken (25m oder 50m) schwimmen, bevor der sportliche Teil des Tages abgeschlossen war.

Auf Einladung der „Badewelt Burghausen“ und des Eisschwimmvereins „Serwus Burghausen“ gab es anschließend ein leckeres Essen in gemütlicher Runde. Es wurden auch einige Präsente der Sponsoren an die Teilnehmer verteilt, über welche sich die Teilnehmer sehr gefreut haben. Der Lichterlweg am Wöhrsee und der naheliegende Christkindlmarkt in der Altstadt waren anschließend noch weitere Ziele, die dem Tag einen würdigen Abschluss verliehen.

Der letzte Tag vom Camp begann morgens um sieben Uhr. Nachdem wir uns wieder am Wöhrsee getroffen hatten, fuhren wir zur „blauen Lagune“ in Raithaslach, einem Quellwasserteich, der neben der Salzach liegt. Zuerst ging es in die 5,5 Grad kalte Salzach, die in dem Gebiet den Grenzfluss zwischen Österreich und Deutschland bildet und anschließend in die „blaue Lagune“ mit Ihren mollig warmen 9,5 Grad Celsius. Dass man sich mal auf 9,5 Grad freut, hätte ich auch nie gedacht!

Aber es war ein richtiges Erlebnis, in dem glasklaren und türkisfarbenen Wasser zu schwimmen. Anschließend zurück nach Burghausen, wo wir beim gemeinsamen Abschlussfrühstück zusammen saßen und Erlebnisse auswerteten. Nachdem dann der letzte Kaffee getrunken, die letzte Weißwurst und die letzte Semmel verspeist waren, haben wir uns verabschiedet und jeder hat sich auf den Weg in seine Heimat gemacht.

Ich möchte mich aber gerne nochmal bei Christof Wandratsch und Stefan Hetzer bedanken, die uns das gesamte Camp über mit Rat und Tat zur Seite standen und uns auch gezeigt haben, dass Eisschwimmen nicht nur aufgrund der Verrücktheit der Schwimmen immer populärer wird, sondern auch aufgrund der riesigen Leistungen, die die Profis zu leisten imstande sind.

Danke auch an Conny, Birgit, Jürgen, Werner und Stefan für das tolle Miteinander. Für mich als reiner Freizeitschwimmer war es toll, dass Ihr mir meine Auszeiten im Training am Freitag nicht übel genommen habt. Wir sehen uns dann im Januar in Burghausen wieder.

P.S.: Und was ich mit Stefan Hetzer, einem der erfolgreichsten Schwimmtrainer der Welt gemeinsam habe, bleibt unser Geheimnis. Oder, Stefan?