Claudia Müller  beim Benefizschwimmen die beste Schwimmerin umringt von allen Promis

Neulich berichteten wir ja schon vom Benefizschwimmen, an dem Triathletin und Aqua Sphere Fan Claudia Müller erneut an den Start geht. Sie hat uns von ihrem großen Tag erzählt…:

Ich bin ja 2015/2016 schon in Bad Radkersburg als Solo Starterin dabei gewesen und habe den Sieg für die Steiermark, Gemeinde Stainz nach Hause holen können. Damals stand ich erst mit 59,8 km und im nächsten Jahr mit 64,8 km auf der Siegerliste. Darum war für mich dieses Mal klar, dass ich dieses Mal das Triple will und den 70er knacken will. Ich wusste, wenn alles passt, kann ich es und schaffe es auch mental. Denn, nach spätestens 5-6 Stunden sagt dein Körper ja sowieso, dass man eigentlich genug hat und aus dem Wasser steigen soll. Somit war mir klar, ich brauch nicht nur schwimmerische Fähigkeiten – nein, auch mein Kopf gehört trainiert. Ich bin ein Fan vom Visualisierung, und so habe ich mir Vorfeld schon immer wieder die Zahl 2 u 1 mit meinen Fingern dargestellt. In meinem Kalender zu Hause habe ich am 4. u 5. November einfach Sieg draufgeschrieben und die Zahl 70.

Meine allgemeine Vorbereitung betrug 6 Wochen. Ich bin ja Triathletin und war auch heuer (dieses Jahr) im Open Water Cup dabei. Somit war ich schon recht gut trainiert.

In der Woche vor dem Wettbewerb, war ich doch mehr nervös als sonst. Irgendwie spürt man die Favoritenrolle, und möchte dieser dann auch gerecht werden. Ich wusste, dass ich mit Cornelia Gsenger, eine große Gegnerin habe. Wir sind privat befreundet, aber ich sagte ihr mal, dass ich gewinnen will und das Tripel schaffen will. Ehrgeizig war ich schon immer ;-)) Und, mit Mario Kainz, wartete noch ein Favorit, der mich unbedingt knacken wollte. Er war auch 2015/2016 Sieger und 2016 schwamm ich schon weiter als er.

Mit der Starterliste, befasste ich mich nicht, da ich die Leute sowieso nicht kenne und nervös machen lassen, wollte ich mich nicht.


Der 4. November: ich fuhr recht früh nach Bad Radkersburg, um relaxt anzukommen und dem Andrang bei der Startnummern Ausgabe auszuweichen. Meine Startnummer war die 61.

Ein 1er war schon mal davor. Dann war den Liegebereich aussuchen, Verpflegung richten und mit Freunden plaudern angesagt um nicht nervös zu werden. Bin ich dann aber eigentlich doch, denn ich musste verdächtig oft auf die Toilette. ;-))
Ok, es wird ernst. Die Uhr geht gegen 11 Uhr. Eincremen, Neo anziehen und Richtung Startbereich gehen.

Der Moderator begrüßte mich und sprach dann eigentlich nur mehr vom Triple und den 70 km. Na Servus – habe ich mir gedacht. Es war auch viel Prominenz da, mit denen musste ich mich auch noch fotografieren. Udo Huber, Ivica Vastic – ehemalige Fussballlegende bei Sturm Graz-mit Sohn. Heribert Kaspar (Mister Ferrari), Sepp Resnik (Ausdauer Sportler) Hannes Reinmayer – Fußball Legende Sturm Graz u.v.a.m. noch ein kurzes Interview und ab geht’s. Meinen Mann, meinem 24 Stunden Betreuer nochmal ganz fest drucken und dann ab.

Ab ins Wasser – Einschwimmen. Um 11 Uhr fiel der Startschuss. Ich schwamm gleich als Erste weg um das Gefühl zu haben, ich zeig heute allen, dass der Sieg nur über mich führt! Mario Kainz überholte mich gleich nach 200 m. In seinem Wasserschatten konnte ich ganz locker meinen Schwimm-Rhythmus finden. Alle 20min Verpflegung aufnehmen war meine Taktik: Flüssignahrung und etwas Lebkuchen. So verliefen die ersten Stunden. Wenn meine Konkurrenten Pause machten, schwamm ich weiter und setzte dann meine Pause, aber immer kürzer als sie. So konnte ich mir schön langsam einen Vorsprung erschwimmen. Nach 6 Stunden verlies Cornelia das Wasser. Jetzt war es Zeit, Meter gut zu machen. Auch das meine Kollegen von den Greisdorfer Wurzelhüpfern anwesend waren – gab mir zusätzlich Kraft. Bei Mario konnte ich sehen, das seine Schwimmtechnik schon etwas nachließ und er auch schon etwas müde wurde. Aber ich wusste, er ist ein Fighter bis zum bitteren Ende. Die ersten 12 Stunden ging es mir recht gut – ich konnte meinen Schnitt halten. Die Nacht teilte ich mir so ein, dass ich immer nur in 20-30 min Abständen denke. Das heißt, nicht auf die Uhr schauen, wie spät es ist, sondern schwimmen und immer nach 20-30min pausieren. Mal eine Minute mal circa 1-2. So verlief die Nacht. Es waren auch wenige Schwimmer im Wasser, was es für mich leichter machte. Zwischendurch den Vollmond zu bewundern war auch nicht schlecht. Ich versorgte mich in der Nacht einmal mit Kartoffelsuppe. Sonst Iso-Flüssignahrung, etwas Lebkuchen und Wasser. Mein Mann wich nicht von meiner Seite. Ich schaffte es, in der Nacht mir einen guten Vorsprung auf Cornelia und Mario zu erschwimmen. Es wurde hart für alle. Zurufe von Freunden motivierten immer wieder. Der Morgen kam, und es wurde noch härter. Einerseits, weiß man, ich kann es gewinnen, andererseits wollte ich natürlich auch den Gesamtsieg. Ich musste hinhalten, so heißt es, wenn es weh zu tun anfängt, und der Kopf aufhören möchte. Ich fing an, zu zählen – das hilft mir immer – es lenkt mich ab.

1,2,3,4 schwimmen
1,2,3,4 schwimmen.
1,2,3,4 schwimmen.
Immer wieder.

Die letzten 3 Stunden waren dann noch einmal härter. Ich hatte über 60km, bekam aber etwas Probleme mit der Luft. Ich konnte nicht mehr zügig schwimmen, da ich nicht den nötigen Sauerstoff bekam. ich musste mich entscheiden. Ich schwamm dann einfach locker hin und her, um einfach nur noch Meter zu machen. Mario kämpfte weiter zu sah vielleicht noch eine kleine Chance mich einzuholen.

Moderator mit Claudia Müller

Die letzte Stunde hatte ich genügend Vorsprung um den Sieg nach Hause zu bringen. Cornelia stieg bei 60,2 km aus dem Wasser und Mario motivierte mich einfach in seinem Wasserschatten zu schwimmen. Mir war es egal, ob ich den Rekord bekomme oder nicht. Ich ersehnte nur mehr das Ende. Jedoch kämpfte ich weiter bis zum Schluss. Die Zuschauer und auch der Moderator feuerten uns immer wieder an. Auch die Zuschauer am anderen Beckenrand klatschten jedes Mal, als ich wendete. In der letzten Minute schwammen Mario und ich gemeinsam ins Finish. Es fühlte sich einfach gut an.

Erste Umarmungen und Gratulationen an die Sportler und dann einfach nur für ein paar Sekunden die Hand meines Mannes halten. Das tat gut. Raus aus dem Wasser, 2 plus 1 mit den Händen zeigen u einen Jubelschrei machen. Jaaaaaaa, Claudia du hast es geschafft!

Freunde gratulierten und es folgte das Siegerfoto sowie ein paar Interviews.

Man schaut nach 24 Stunden schwimmen aus wie eine lebendige Wasserleiche und man weiß net, ob man lebt oder doch eher stirbt. Irgendwie stehst du absolut neben dir. Aber das war alles egal: Ich wusste, mit meinen 47 Jahren schau ich nicht so schlecht aus, und alles wird wieder.
Duschen, umziehen, trinken und ab zur Siegerehrung, die sehr professionell gestaltet wurde.

Mein Freund und Ausstatter – Alessandro Lerz – von Aqua Sphere, war auch anwesend, und ich freute mich soooooooo sehr, weil er sich auch sooooooo mit mir freute.

Im Nachhinein betrachtet, war es das aber defintiv alles wert. Ich bin körperlich schon wieder gut erholt, nur muss ich es erst noch richtig realisieren, was mir da gelungen ist. Ich kann es selber noch nicht glauben.

Manchmal muss man die Dinge selbst erleben, um davon erzählen zu können. Aber, wenn du sie dann erlebst und das Ganze Wirklichkeit wird, bist du dir selber noch nicht sicher, ob es wahr geworden ist!

Danke an Alle, die an mich geglaubt und mich unterstützt haben. Vor allem an meinem Mann Günter, der mir meine Träume wahr werden lässt.
Liebe Grüße Eure Claudia

06_Sieger_Mueller und Kainz mit GF Feldbaumer_Parktherme 24_stunden-schwimmen finale 2017 (257)