Triathlon_Phantom_Racer
Fast hundert Jahre ist er alt, der Triathlon. Seit der Dreikampf aus Schwimmen, Radfahren und Laufen 1920 zum ersten Mal in Frankreich ausgetragen wurde (noch ganz bescheiden mit 3km Laufen, 12km Radfahren, Überquerung des Flusses Marne) hat er nichts an seiner Faszination eingebüßt. Im Gegenteil: Heute ist die internationale Triathleten-Community besser vernetzt denn je, neue Wettkampfserien entstehen und viele Sportler finden den Zugang zum Triathlon, der seit 2000 auch olympisch ist (1,5 km Schwimmen, 40 km Rad, 10 km Laufen). Wer das schon beeindruckend findet, dem wird angesichts der Extreme des Ironman der Mund offen stehen. Der weltweit bekannte Langstrecken-Distanz-Triathlon fordert alles von seinen Teilnehmern auf der 3,86 km Schwimmstrecke, bei der 180,2 km Rad-„Tour“ und einem nachfolgenden Marathon über 42,4 km. Kilometerlang fechten die Triathleten den Kampf ums Durchhalten, Weitermachen, Ziel erreichen aus..

Kaum verwunderlich, dass diese verrückte Idee angeblich auf eine Bierwette zurückgeht, der der erste Wettbewerb 1978 auf Hawaii folgte. Während Triathlon in Deutschland noch ein Fremdwort war, trafen sich damals schon die Besten der Besten, um ihre Grenzen auszutesten. Mittlerweile finden fast überall auf der Welt Ironmans statt. Der hawaiianische aber gilt als Königsdisziplin, denn neben den Anforderungen der Strecken konfrontiert er die Teilnehmer mit rauer Natur, harschem Wind und widrigem Wetter. Deshalb darf an dieser Weltmeisterschaft des Triathlons nur teilnehmen, wer zuvor in den Wettkampfserien genügend Punkte im Vergleich zu den anderen gesammelt hat und sich damit einen der begehrten 1.650 Startplätze sichert. Die Qualifikation erfolgt über die Teilnahme an 5 Ironmans und 3 Half-Ironmans innerhalb einer Rennserie (z.B. Ironman, Ironman 70.3, International Triathlon Union (ITU) und die deutsche Triathlonliga).

Das Motto „No pain, no gain“ ist vielleicht die passendste Beschreibung für diesen Sport, der alles fordert, seinen Sportlern aber auch wahnsinnig viel gibt: Adrenalinkick, Endorphinrausch, den wahren Flow und das Glückserlebnis am Ende seiner Kräfte das langersehnte Ziel zu erreichen. Aber kein Extrem ohne Steigerung. Wem der Ironman nur ein müdes Lächeln abringt, für den haben wir was:
In Mexiko wurde der bisher längste Triathlon ausgetragen, der Double-Deca Ultratriathlon: über die 20ig-fache (!!) Hawaii-Distanz. Nur zur rhetorischen Verdeutlichung: 76 km Schwimmen, 3600 km Radfahren, 840 km Laufen…

Oder wie wäre es mit einem 10-tägigen Urlaub für den 10-Tage-Triathlon: 10 Tage, täglich innerhalb von 24 Stunden die gleiche Triathlondistanz. Oder du machst es wie Astrid Benört, die „schrittweise“ vorgeht: Sie ist Weltmeisterin über die 3-,4-,5- und 10-fache Ironmandistanz. Und mit diesen verrückten Ideen entlassen wir dich nun ins Triathlon-Training. No pain, no gain!
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