Eisschwimmen: Unterwasser im Eiswasser

Eisschwimmen ist DER Trend der letzten Jahre und hat Anhänger von ganz Jung bis ganz Alt. Doch was genau bringt einen dazu, in Wasser zu steigen mit weniger als 5° Celsius?

Die Gründe dafür sind so unterschiedlich wie sie nur sein könnten. Während es für ältere Eisschwimmer oft Faktoren wie die Gesundheit, das Körpergefühl oder die Motivation und neue Herausforderungen sind, steigen auch einige mutige Kinder ins Eiswasser, weil es cool ist und ihnen einfach Spaß macht.

Wissenswert: Neoprenanzüge sind beim Eisschwimmen verboten – man darf nur in normaler Swimwear ins Eiswasser steigen. Da die Gliedmaßen durch die Kälte ohnehin schon sehr empfindlich sind, ist Neopren eine ganz schlechte Idee! Durch den Schutz des Neos wird die Kälte an Händen und Füßen nämlich noch viel kälter empfunden, was das Schwimmen erschwert. Ein Drittel der Körperwärme verliert der Mensch über den Kopf, weshalb man ihn bei den eisigen Temperaturen warm halten muss – mit einer Badehaube. Und damit man keine Ohrenentzündung bekommt, sind Ohrstöpsel von Vorteil.

Eisbrecher Christof Wandratsch im Aqua Camp

Eisschwimmen ist – entgegen manchen Annahmen von „Warmduschern“ – keine Gefahr für die Gesundheit, sofern keine Herzprobleme, Stoffwechselerkrankungen oder sonstige Krankheiten diagnostiziert wurden. Ganz im Gegenteil – Eisschwimmen stärkt das Immunsystem, regt den Stoffwechsel an und verbrennt viel mehr Kalorien, als Schwimmen bei normalen Wassertemperaturen.

Auch wenn das Kältezittern nach dem Schwimmen im eisigen Wasser circa eine halbe Stunde dauert, braucht man keine Bedenken um seine Gesundheit zu haben. Es ist sogar ein gutes Zeichen, da die Wärme langsam aber sicher in den Körper zurückkehrt. Von einer zu heißen Dusche und zu schnellem Aufwärmen wird abgeraten. Der Körper soll sich langsam wieder erwärmen. Die Finger sind eiskalt, Blut darf nicht zu schnell in den Körper schießen und die Körpertemperatur sinkt beim Aufwärmen nochmal ab – deshalb langsam!

Wandi im Eiswasser

Erfahrungen zufolge ist Eisschwimmen eine reine Kopfsache. Einige, die sich in das eisige Wasser gewagt haben, meinten im Anschluss, dass die Angst vor dem Reingehen viel schlimmer war, als das Schwimmen selbst. Viele Eisschwimmer schwärmen vom prickelnden Gefühl danach im ganzen Körper und der Energie, die man anschließend hat.

Eisschwimmen ist reine Kopfsache, wenn es um den Sprung ins eisige Wasser geht. Für gewisse Distanzen ist aber ein regelmäßiges Training nötig. 1.000 m kann man nicht durch mentale Stärke erreichen, sondern nur durch viel Training.

Also… warum nicht auch mal ausprobieren? ; -)

Auf einen Blick:

Voraussetzungen

  • Wassertemperatur: maximal 5 Grad
  • Gute Gesundheit – EKG vom Hausarzt empfohlen
  • Nur Swimwear – keine Neoprenanzüge
  • Ohrstöpsel und eine Badehaube erlaubt

 Gesundheit

  • Stärkt das Immunsystem
  • Wechsel von Warm auf Kalt regt den Stoffwechsel an
  • Kalorienverbrauch im Eiswasser höher als im normalen Wasser
    • 10 Minuten Schwimmen im Eis-Wasser = 90 Minuten im warmen Wasser

Nicht geeignet für Menschen mit

  • Herzproblemen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Erkältungen etc.

Tipps von Eisschwimmern

  • Aufwärmen vorher, durch Bewegung!
  • Gewöhnungsphase: kurz reintauchen und das mehrfach wiederholen
  • Ruhe bewahren, Atmung bewusst kontrollieren, aus dem Bauch atmen
  • Hinterher – langsames Aufwärmen!
  • Kältezittern ist gut! Langes Zittern normal!
  • Nicht zu heiß duschen!

(Alle Fotocredits gehen an WoW-Art/Halder )