Auch ihn hat das Eisschwimm-Fieber gepackt: Bernd-Uwe Gutknecht berichtet vom Trend Eisschwimmen.

„Ich kann mich noch gut an das nette Seniorenpärchen erinnern, das letztes Mal beim Lake Constance Eisman verdutzt stehen blieb und mich, weil ich halt mit dem Mikro in der Hand irgendwie offiziell aussah, fragte: „Was machen denn die da?“ – „Eisschwimmen, nur ohne Eis“, antwortete ich, „aber kalt genug ist es trotzdem!“. Kopfschüttelnd, mit einem „Schon verrückt, was die sich alles einfallen lassen“ setzten sie ihren vormittäglichen Spaziergang am Bodenseeufer fort.

So ist das mit den Sportarten, die jahrelang quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgeübt werden und dann durch Berichte in Funk und Fernsehen oder durch Verbreitung in den einschlägigen Internetkanälen in den Fokus rücken. Siehe Downhill Mountainbiking, Freestyle Skifahren oder Dirt Runs. Wenn dann die Sportartikelindustrie darauf aufmerksam wird, kann es ganz schnell in Richtung Mainstreamsport gehen. Beste Beispiele sind Biathlon und Triathlon. Irgendwann rufen dann sogar die Olympischen Spiele.


Das Eisschwimmen steht gerade an der Schwelle dorthin, vielleicht dürfen schon bald Damen und Herren mit „Biopren“ zumindest im Rahmenprogramm unter Olympischen Ringen mitmachen. Die Olympia-Macher sind jedenfalls auf unsere wachsende kleine Familie aufmerksam geworden. Nicht alle Eisschwimmer sind davon begeistert, weil sie um ihr Dasein in der nasskalten Nische fürchten, wenn dann erst mal die Brausegetränke-Hersteller dieser Welt das Sagen haben. Verständlich! Es liegt aber an uns selbst, die wir am und im Wasser das Eisschwimmen zelebrieren, wohin die Reise geht.

Ich jedenfalls freue mich sehr, dass es wieder losgeht. Ich freue mich auf euch, die tapferen und immer gut gelaunten Eisschwimmer. Auf die „All Stars“ der Szene, den Köberl und den Aumüller, den Wandi, den Reineke und wie sie alle heißen. Auf die „Jungspunde“, die den Platzhirschen ganz schön einheizen. Und auf die unfassbar schnellen Frauen wie Julia und Ines. Ich hoffe, wieder die Gäste aus aller Welt begrüßen zu dürfen, die verrückten Südafrikaner um „Mr. President“ Ram Barkai, die finnischen und türkischen Schwimmfamilien und natürlich die internationalen Superstars wie den Bulgaren Petar Stoychev oder den Esten „Hennnnnnnnnnry“ Kaarma. Ganz besonders freue ich mich auf möglichst viele Einsteiger und Hobbyschwimmer, die sich über die kurzen Distanzen ins Kalte wagen.


Und da spreche ich sicher auch für meinen Moderatorenkollegen Peter Wichert, das wandelnde Freiwasserschwimmlexikon. Wir werden euch bei dem ein oder anderen Event stimmlich unterstützen. Los geht`s für uns bei den German Open von 5. bis 7. Januar in Veitsbronn. Nach den fantastischen Wettkämpfen in Burghausen nun also eine neue Location, aber mit bewährtem Team. Wandi, Oliver und Co. werden das Ding wieder wuppen, ganz sicher. Und wir werden euch das Mikrofon wieder unter die Nase halten, wenn ihr gerade tiefgefroren aus dem eisigen Wasser steigt und kein Wort mehr herausbringt. Wir werden wie in den Vorjahren versuchen, die Besucher so zu animieren, als wären sie gerade beim Champions League-Finale. Und wir werden den vorbeispazierenden Seniorenpärchen gerne erklären, was diese Verrückten da eigentlich machen.“