Kein Saisonauftakt nach Maß

Dass ich im April nicht in Topform an der Startlinie stehe, ist geplant und gewollt. Ich war aber zuversichtlich, 100% von dem abzurufen, was da ist. Das ist mir aber klar nicht gelungen. Über meine Performance beim Ironman South Africa bin ich daher enttäuscht.

Bojen suchen im Indischen Ozean

Um 5 Uhr morgens war ich auf dem Weg zur Wechselzone um mein Ceepo Shadow mit meinem Garmin, den PowerBar Gels und Riegeln und den Vittoria Radschuhen zu bestücken. Es war noch dunkel, windstill und das Meer spülte in aller Seelenruhe ein paar leichte Wellen an den Strand. Mit dem Sonnenaufgang wurde allerdings auch der Wind wach, der im Laufe des Tages immer stürmischer werden sollte. Das Meer wühlte sich mehr und mehr auf und die Schwimmstrecke wurde aufgrund dessen verkürzt. Die Bojen waren zwei Meter hoch, aber die Wellen machten es dennoch zur Herausforderung, diese im Meer zu finden. Ich war froh, dass ich den richtigen Weg gefunden habe. Als sechste Profifrau hatte ich – dicht gefolgt von zwei anderen Mädels – wieder Land unter den Füßen. Mein neuer Aquasphere Phantom schwimmt sich sehr gut und mit der Auftaktdisziplin war ich zufrieden. Es war eine gute Ausgangsposition für mich.

Technische Probleme auf dem Rad

Auf dem Rad sortierte sich das Damenfeld noch ein wenig und nach rund 30 Kilometern hatte sich eine Dreiergruppe gebildet. Gemeinsam machten wir Jagd auf die Spitze. Es lief gut – bis km 140. Dann verlor ich auf einer Bergabpassage mein Fronttrinksystem. Ich überlegte, ob ich ohne das Trinksystem weiterfahren sollte oder nicht. Ich entschied mich umzukehren und es einzusammeln. Das kostete mich einige Minuten, aber ein Ironman ist eine Langdistanz. Ein paar Minuten Zeitverlust sind ärgerlich. Aber es bedeutet nicht, dass man aus dem Rennen ist. Es gibt immer ein paar suboptimale Situationen an einem langen Renntag. Problematischer war die Tatsache, dass mein Trinksystem nun leer war und es noch recht weit bis zur nächsten Ladestation war. So musste ich die nächsten 45 Minuten ohne Flüssigkeit und Energie unterwegs sein. Dabei hatte ich mir mein Mittagessen am Vortag noch extra gekocht 😉
Ich war dennoch zuversichtlich, meinen Weg ins Rennen zurückzufinden. Auf den verbliebenen 40 Radkilometern ließ ich bei starkem Gegenwind allerdings weiter Zeit liegen und kam deutlich abgeschlagen in der zweiten Wechselzone an.

Ein langsamer Marathon


Es gab noch 42 Kilometer lang die Chance, wieder ins Rennen zu finden. Das ist mir leider nicht geglückt. Meine Beine fühlten sich schwerfällig an und das Tempo war weit weg von meinem anvisierten Renntempo. Auch die Herzfrequenz ging nicht mehr nach oben. So wurde ich noch von einigen Mädels überholt und lief letztendlich als 10. Profidame über die Ziellinie. Der Marathon war sehr zäh und hat keinen Spaß gemacht. Ich hatte auch nicht mehr den letzten Biss, alles aus mir herauszuholen. Aber auszusteigen nur, weil es mal nicht so läuft, war keine Option für mich. Ich war froh, dann endlich im Ziel zu sein.

Faszinierendes Südafrika


Der Ironman Südafrika ist ein Rennen, dass ich bedenkenlos weiterempfehlen kann. In Port Elisabeth ist alles sehr nah beieinander und die Rennvorbereitung daher sehr entspannt. Tagsüber hatte ich auch keine Sicherheitsbedenken.
Bevor es nach Hause ging, habe ich noch die Zeit genutzt, um ein wenig Land und Leute kennenzulernen.

 

Ausblick

Ich freue mich auf die Saison 2019 und hoffe, dass ich mich von Rennen zu Rennen steigern kann. Momentan lege ich einen Radschwerpunkt ein. Ich bin bei Bikefriends Schon als Radguide auf Mallorca unterwegs. Direkt im Anschluss stehe ich am 5. Mai an der Startlinie bei der Olympischen Distanz in Buschhütten, um den Vergaser dort einmal kräftig durchzupusten.

Im Mai werde ich meinen Schwerpunkt aufs Laufen legen und freue mich auf einen Start bei der Challenge Mitteldistanz in Lissabon am 18. Mai.
Am 23. Juni starte ich bei der IRONMAN 70.3 Europameisterschaft in Elsinore und am 28. Juli mache ich beim IRONMAN Hamburg Jagd auf den deutschen Meisterschaftstitel. Weitere Rennen sind in Planung und der Rennplan wird laufend auf meiner Homepage (http://mareenhufe.de/termine-2019) aktualisiert.