Triathlon - Faris al Sultan - IronMan Südafrika

Wenn’s kalt wird unverzichtbar: ein guter Neopren-Anzug

Mit oder ohne? Eine Frage, die Ihr Euch vor einer längeren Schwimmeinheit im offenen Gewässer oder vor dem Triathlon-Wettkampf immer wieder stellt. Denn der Neo isoliert nicht nur vor Kälte, sondern macht im Wasser auch schneller. Klar zieht man ihn deshalb gerne an, was aber nicht immer erlaubt ist. Wir sagen Euch, auf was Ihr achten solltet.

Aber zuerst einmal ein kurzer Blick zurück: Als Ende der 80er die ersten Triathleten mit einem Neoprenanzug ins Wasser gingen, hatte dieser nur einen Zweck: er sollte vor Kälte schützen. Spezielle Neoprenanzüge für Schwimmer gab es damals noch nicht, also wurden kurzerhand Surf-Neos für den Triathlon umfunktioniert. Neoverbote oder Regelungen bezüglich des Materials gab es ebenfalls nicht. Ehemalige Weltklasse-Triathleten berichten aus den Anfangstagen des Triathlons, dass man auch bei Wassertemperaturen unter 14 Grad nur mit Badehose bekleidet zum Schwimmen angetreten sei. Damals wurde man schon fast komisch angeschaut, wenn man sich einen Neoprenanzug als Kälteschutz anzog. Die klassische Weichei-Situation also.

Mehr Auftrieb im Wasser
Heute herrscht da ein ganz anderes Bild vor. Kaum ein Triathlet will mehr freiwillig auf seine geliebte, zweite Haut verzichten. Dabei steht der Kälteschutz gar nicht mehr im Fokus. Vielmehr profitieren Triathleten von der Auftriebshilfe, die ein moderner Schwimmneo bietet. Insbesondere schlechtere Schwimmer profitieren überdurchschnittlich, wenn sie mit einem Neoprenanzug schwimmen, weil dieser einen quasi automatisch in die ideale Wasserlage hievt. Zudem reduziert das elastische Hightech-Material den Wasserwiderstand und sorgt so für schnellere Schwimmzeiten. Kein Wunder also, dass bei einem ausgesprochenen Neoverbot das Gejammer unter den Triathleten groß ist. Aber wann darf man im Triathlon eigentlich mit Neo schwimmen und wann muss man es sogar?
Wassertemperatur und Distanz entscheiden über Neoeinsatz
Bei den meisten Triathlon-Veranstaltungen in Deutschland regelt die Sportordnung der Deutschen Triathlon Union (DTU), wann ein Neoprenanzug getragen werden darf und wie dieser beschaffen sein muss. Das genaue Regelwerk kannst Du Dir hier herunterladen: http://www.dtu-info.de/ordnungen.html. Die Sportordnung gilt allerdings nur bei Wettkämpfen, die sich der DTU unterwerfen. Abweichungen im Detail gibt es beispielsweise bei Ironman-Veranstaltungen der World Triathlon Corporation (WTC). Das DTU Regelwerk sieht vor, dass ein Neoprenanzug aus maximal 5mm dickem Material gefertigt sein darf. Üblich ist ein einteiliger Anzug mit Ärmeln, aber es dürfen auch zweiteilige Anzüge und Neoprenhauben verwendet werden. Ob das Tragen der Neoprenteile erlaubt ist, hängt von der Schwimmdistanz und der Wassertemperatur am Wettkampftag ab. Nach DTU Reglement findet bei einer Wassertemperatur unter 14 Grad kein Schwimmen statt. Bei Schülern gilt sogar eine Grenze von 19 Grad. Bundesliga- und Elitestarter dürfen bis 1.500m Schwimmdistanz ab 19,9 Grad Wassertemperatur keinen Neo mehr tragen, für Altersklassenathleten gilt die 21,9 Gradmarke auf der gleichen Streckenlänge. Bis zu einer Schwimmdistanz von 3.000m (Mitteldistanz) ist das Tragen eines Neoprenanzuges bis 22,9 Grad Wassertemperatur erlaubt. Bei der Langdistanz (Schwimmstrecken ab 3.000m) gibt es ab 24 Grad Wassertemperatur Neoverbot. Bei Ironman Rennen gilt nach WTC Reglement eine Obergrenze von 24,5 Grad Wassertemperatur.

Speed Suit guter Ersatz
Bei Neoprenverbot gibt es aber eine andere, sehr effektive Möglichkeit: einfach den Speed Suit aus der Energize Range von Aqua Sphere tragen! Der wirkt komprimierend und ist wesentlich angenehmer zu tragen als nur eine Badehose. Bei der Olympischen Distanz oder Kurzdistanz kann man den Tri-Suit, der ein Pad zum Radfahren integriert hat, bei allen drei Disziplinen tragen und erspart sich lästigen, zeitraubenden Klamottenwechsel. Eine klasse Lösung!