Triathlon: Schwimmausstieg – Foto: Silke Insel/sportmedis.

Macht Triathlon süchtig? Diese Frage haben wir mal Bernd-Uwe Gutknecht vom BR gestellt…

„Nein, ich bin definitiv nicht süchtig, hab einfach nur Spaß am Sport. Und verbinde gerne Reisen mit Sport. Als ich vom Phuket Triathlon gehört habe, wollte ich es mal ausprobieren. Da es im Vorjahr so wunderschön war, hab ich es wiederholt. Super komfortabler, bestens organisierter und trotzdem familiärer Wettkampf, wo sich thailändische Anfänger mit Weltklasse-Athleten treffen…und Nord Phuket ist Natur, ruhe, ganz anders als der bekannte Süden der Insel mit den Partystränden.

Von wegen „kühlendes Nass“! Die Wassertemperatur beim Laguna Phuket Triathlon lag auch dieses Jahr wieder um die 30 Grad. Im Wettkampftempo schwimmen heißt daher – beim ältesten existierenden Triathlon Asiens auf der südthailändischen Urlaubsinsel – schwitzen. Wobei sich der Aggregatzustand des Athleten später beim Radfahren und vor allem beim Laufen noch weiter verändert. Aber selber schuld, wer sich bei einem der exotischsten Triathlons der Szene anmeldet.

Schwimmen – Foto: Laguna Phuket Triathlon

Ich hatte schon zum zweiten Mal das Vergnügen, im Vorjahr war es mir sogar vergönnt, im selben Wettkampf mit einer leibhaftigen Prinzessin zu sporteln. Was Folgen hatte – für mich! Prinzessin Bajrakitiyabha Mahidol, eine Enkelin des vor einem Jahr verstorbenen Königs, im Volksmund „Prinzessin Pa“ genannt, betätigt sich nämlich gerne als Athletin. Und so geschah es, dass ich als notorischer Nach-Links-Atmer übersah, dass rechts von mir die Hoheit schwamm und ich mich ihr an der Wendeboje ungebührlich näherte. Die zehn kahlköpfigen, muskelbepackten, tätowierten Bodyguards, die der sportlichen Prinzessin den gesamten Wettkampf über nicht von der Seite wichen, verhinderten das drohende Unheil eines Zusammenstoßes, indem sie mich unsanft unter Wasser drückten, dort zwei Meter wegzogen und mir – nachdem ich nach Luft japsend wiederaufgetaucht war – mit grimmigen Minen zu verstehen gaben, dass ich einen Umweg in Kauf nehmen sollte. Was ich für „Prinzessin Pa“ natürlich gerne tat…

Dieses Jahr war die Prinzessin abwesend, was sich positiv auf meine Schwimmzeit auswirkte, immerhin war ich zwei Minuten schneller als 2016. Und die Schockhormone blieben mir auch erspart. So konnte ich den Schwimmsplit des Laguna Phuket Triathlons in vollen Zügen genießen: 1300 Meter lang ist der Dreieckskurs im Meer vor der Luxus-Hotelanlage Laguna Phuket. Es folgt ein Lauf von etwa 50 Metern über eine Stranddüne zum zweiten Part: 500 Meter in einem künstlich angelegten Laguna-See. Dieses stehende Gewässerchen ist noch einmal ein paar Grad wärmer, also Badewanne, nur ohne Schaum. Darum tummeln sich hier wochentags ein paar ansehnliche „Lizards“, irgendwelche Echsen. Nur am Triathlonwochenende haben sie Ausgehverbot, d.h. sie werden mit lauten Maschinen aus der Lagune vertrieben, um den Schwimmern nicht in die Quere zu kommen. Sonst herrscht hier nämlich Badeverbot. Zusätzliche Herausforderung für uns Triathleten: nach dem Schwimmen im Meer mit viel Auftrieb versinkt man quasi in dem Lagunenwasser. Man fühlt sich, als würde man zum ersten Mal überhaupt schwimmen und als käme man einfach nicht vom Fleck.

Start – Foto: Laguna Phuket Triathlon

Ein bisschen abenteuerlustig sollte man also sein und weder Angst vor Lizards noch vor Bodyguards haben. Wer sich dann noch gerne bei 35 Grad Hitze und 85 Prozent Luftfeuchtigkeit auf der 50 Kilometer langen Radstrecke mit zwei ganz schön straffen Anstiegen und auf der 12 Kilometer langen Laufstrecke anfreunden kann, ist auf Phuket genau richtig. Zumal man als mitteleuropäischer Sportler aus dem November-Nasskalt anreist. Aber alleine die Tatsache, dass ich zum Wiederholungstäter wurde, zeigt, wie sehr es mir dieser Wettkampf angetan hat: die Freundlichkeit der vielen freiwilligen Helfer, die superprofessionelle Organisation, die herrliche Landschaft, das ganze Drumherum sind einzigartig. In den Dörfern entlang der Radstrecke stehen ganze Schulklassen und feiern die Triathleten. Aus den Garküchen winken die Köchinnen. Dazwischen radelt man durch Kautschukwälder, an wunderschönen Buchten oder faszinierenden buddhistischen Tempelanlagen vorbei. Nach dem Zieleinlauf warten Dutzende Thai-Hände, um die müden Sportlerbeine zu massieren.

Auch den deutschen Triathlon-Profi Michael Raelert motiviert das tropische Ambiente so sehr, dass er sich dieses Jahr den dritten Sieg in Folge geschnappt hat. Wie viele der Hobbysportler verbindet er den Wettkampf mit einem längeren Aufenthalt. Er für ein Trainingslager, die Freizeitsportler eher für einen Urlaub. Alle treffen sich jedenfalls bei der Athleten-Party in der Strandbar, denn auch die ist legendär wie der ganze Laguna Phuket Triathlon…

Euer Bernd Uwe“