Sup-Yoga Stunde

Endlich setzt sich der Frühling durch und die Temperaturen steigen. Natürlich wirkt sich das auch auf die Wassertemperatur aus. Und das bedeutet: Die SUP Yoga Saison ist nicht mehr fern! SUP Yoga Trainerin Christine Kabitzke beantwortet alle Fragen, die uns zum (Wieder-)Einstieg in den Sport auf der Seele brennen.

Wann startet die SUP Yoga Saison und welches Wetter eignet sich am besten für den Sport?

Die beste Zeit für SUP Yoga ist natürlich, wenn das Wasser schon angenehm warm ist. In unseren Gefilden, speziell am Starnberger See, fängt die Saison meisten Ende April an und geht bis maximal Mitte September. Vorausgesetzt wir haben, wie letztes Jahr, einen endlosen Sommer. High-time ist zwischen Juli und August, wenn der See warme 23°C hat. Das idealste Wetter ist ein schöner bayerischer Sommertag mit leichter Bewölkung und wenig Wind. Wer unter strahlender Sonne Yoga ausübt sollte unbedingt auf eine ausreichende Kopfbedeckung achten, da man eigentlich nicht Yoga in der Hitze und Sonne üben sollte. Durch jede Yogapraxis wird unser inneres Feuer, Agni genannt, sehr angeregt und es kann sonst zu einer Überhitzung kommen.

Wellengang ist in Ordnung wenn er sich in Grenzen hält. Das heißt: ideal ist eher ein leichter bis gar kein Wind.

SUP Yoga erfreut sich mitterleile großer Beliebtheit, und das aus gutem Grund. Was ist das besondere an dem Sport?

Die zur Stabilisierung auf dem Board notwendigen ausgleichenden Bewegungen trainieren besonders die Rumpf-, Rücken- und Beckenbodenmuskulatur sowie die Tiefenmuskulatur in den Extremitäten.

Besonders für SUP`er ist Yoga auf dem Board deswegen ein zusätzliches körperliches Training, da wir genau diese Muskelpartien beim SUP benötigen um auch länger Spaß auf dem Wasser zu haben. Wenn wir am Anfang der Stunde die diagonale Katze üben um uns mit dem wackligen Board vertraut zu machen merken wir den ersten Unterschied in Balance und unserer Muskelbeschaffenheit.

In den Atemübungen die nach der Asanapraxis anschließen, bemerken wir auch eine vermehrte Sauerstoffzufuhr.

Der instabile Untergrund erhöht die körperliche und geistige Intensität. SUP Yoga ist durch die äußeren Gegebenheiten eine ganzheitliche und sinnliche Erfahrung.

Yoga und SUP Yoga – was ist gleich und was ist anders?

Yoga bleibt Yoga, egal wo man es ausführt.
Yoga in seiner ursprünglichen Form ist eine spirituelle Wegbeschreibung: durch Einhaltung einer bestimmten Lebensführung und durch körperliche und geistige Übungen stellt sich ein Gleichgewicht zwischen Körper und Seele ein. Höchstes Ziel ist die Erlangung der höchsten Erkenntnis des Seins, eines kosmischen Bewusstseins. In der Bhagavad Gita, dem über 2500 Jahre alten spirituellem Versepos, das dem indischen Gelehrten Vyasa zugeschrieben wird, ist zu lesen: „Yoga ist die Weisheit im Handeln – Yoga ist die Bezwingung des eigenwilligen ungestümen Geistes – Yoga ist Einssein mit dem Selbst.“

Aber natürlich gibt es doch einen ganz gravierenden Unterschied zum „normalen“ Yoga: das schwimmende Board ist etwas wackeliger als die Matte, und erfordert damit mehr Konzentration und Balance. Die einzelnen Yogaübungen wirken dadurch ganz neu und intensiver. Durch die höhere Körperanspannung wird die Tiefenmuskulatur mehr angesprochen.

Patanjali, ein indischer Gelehrter aus dem fünften Jahrhundert der als Begründer des Hatha-Yoga gilt, sagt: „Yoga ist die Fähigkeit, den Geist ausschließlich auf ein Objekt auszurichten und diese Ausrichtung ohne Ablenkung aufrechtzuerhalten.“ Für SUP Yoga bedeutet dies, du musst dich noch mehr fokussieren, was deine Konzentration erhöht. Durch die äußeren Begebenheiten wie Wind, Sonne, Wasser und vielleicht auch die ungewohnte Location um Yoga auszuüben, bist du noch mehr auf dich selber zurückgeworfen und musst dich mehr mit deinen Grenzen und inneren Widerständen auseinandersetzen.

SUP Yoga hat zudem eine extrem entspannende Wirkung durch die äußeren Umstände wie frischer Luft, das Plätschern des Wassers und das Zwitschern der Vögel. Beim SUP Yoga gilt, dass man wirklich nicht an irgendetwas anderes denken kann – den Geist also extrem zentrieren sollte, sonst fällt man tatsächlich ins Wasser.